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Englands Verbrechen an U41

Autor: Kapitänleutnant a.D. Crompton / W. von Langsdorff
Titel: Englands Verbrechen an U41
Seiten: 224
Abbildungen: 29
Verlag: C. Bertelsmann
Ort, Jahr: Gütersloh, 1940

Propaganda der üblen Sorte war in der deutschen Marineliteratur bis 1940 die Ausnahme. Anders als in Großbritannien und Frankreich wurde einer gegnerischen Nation nicht jegliche menschliche Regung abgesprochen. Als 1939 deutsche U-Boote wieder in See gingen lagen die Dinge anders. Herr Goebbels war nicht das kaiserliche deutsche Pressebüro. Die neue Waffe hieß jetzt Hass.

Wir könnten das Buch demnach in die Tonne treten, aber die Dinge liegen anders. Der Autor v. Langsdorff (er schrieb das Buch und nicht Crompton), als Propagandist der Nazis bekannt, musste gar nicht so viel hinzuerfinden, die Tatsachen waren erschreckend genug. Das Buch enthält drei Gliederungen

a) Der Baralong-Fall
Die Ermordung der Besatzung von U27 durch Mannschaften der britischen U-Falle Baralong wird im Ablauf korrekt wiedergegeben. Neues enthält der Text nicht, da durch die Aussagen der US-Amerikanischen Zeugen seit Ende 1915 alles bekannt war. Das die britische Regierung die Dinge herunterspielte war verständlich, wer gibt schon solches zu. Komisch wirkt die Heuchelei im Buch wenn es darum geht den Vorfall als ein für den Inselstaat typisches Kriegsverbrechen einzustufen. Auch wir hatten unseren Capt. Godfrey Herbert . Die Herrn Patzig und Werner lassen grüßen.

b) U41
Auch hier nichts Neues. Des wird beschrieben, wie Crompton versucht von den T- zu den U-booten zukommen. Eine Beschreibung der Feindfahrten von U19 und U41 mit KL Hansen als Kommandant folgen. Alles schon mal gelesen. Bei der Auflistung der Tonnageerfolge auch keine überraschungen, in dieser Zeit –bis Sept.1915- erfolgte die Aufbringen meist nach Prisenordungen, ungeklärte Schicksale –Spurlos versenkt- kam kaum vor. Im leichten Plauderton verfolgen wir die Taten unserer Helden zur See, die von einer feigen Bande von Hochverrätern im Auswärtigen Amt und in der Umgebung des Kaisers am Sieg gehindert werden. Jetzt aber unter dem von der Vorsehung geleiteten Führer wird sich dies nicht wiederholen.

c) Kriegsgefangenschaft
Am 24.Sept.1915 fiel U41 der britischen U-Falle Baralong zum Opfer. Wiederum die Baralong oder Wyandra wie sich der Dampfer nun nannte. Hansen hatte sich verleiten lassen auf 300m an das als US-Dampfer getarnte Fahrzeug heranzugehen und bezahlte diese Leichtsinnigkeit mit dem Tod seiner Besatzung. Nur OL.z.S. Crompton und Steuermann Godau überlebten. Die Briten zeigten zuerst wenig Neigung die Schiffbrüchigen aufzunehmen, letztlich taten sie es doch. Die Behandlung an Bord der Baralong war wenig freundlich. Der schwer verletzte Crompton erfuhr eine recht grobe Behandlung, die an Land zeitweise ihre Vorsetzung erfuhr. Die folgende Beschreibung über seine Schicksal als Kriegsgefangener und die zeitweise Inhaftierung in einem Zivilgefängnis sind zutreffen, wenn auch stellenweise überzeichnet. Hier liegt das wirklich Neue des Buches und hier sind britische Untaten schwerlich zu erkennen. Im Herbst 1918 kam Crompton über die Schweiz wieder nach Deutschland zurück./p>

Warum nun gerade diese Geschichte 1940 in großer Auflage unters Volk gebracht wurde ist deutlich zu erkennen. Wieder kämpfen die anständigen deutschen U-Bootsleute gegen eine Nation die sich einen Dreck um das Volkerrecht kümmern. Wir sind aber mehr als 60 Jahre weiter und können die Dinge einordnen.

Die Fotos sind in der Menge die üblichen Standardfotos, nur einige haben mit den Vorgängen im Buch zu tun.

Wer also etwas über die Behandlung deutscher U-Boots-Offizier in der Gefangenschaft erfahren will ist mit dem Buch gut bedient. über den Mord an der U27-Besatzung gibt es heute besseres, leider nur in englisch und die Fahrt von U19 und U41 sind anderswo auch beschrieben.

Bernd Langensiepen


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