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British Warship Losses in the Ironclad Era

Autor: David Hepper
Titel: British Warship Losses in the Ironclad Era
Untertitel: 1860 - 1919
Seiten: 192
s/w-Abbildungen: 33
Verlag: Chatham Publishing
Ort, Jahr: London, 2006
ISBN 1-86176-273-9

Angesichts des Titels ist man vielleicht geneigt zu fragen, ob ein Buch dieses Inhalts wirklich vonnöten ist. Braucht man doch vermeintlich nur die beiden ersten Bände der „Conway-Serie“, um sämtliche hier aufgeführte Schiffe mit ihren Schicksalen zu finden. Für den reinen Statistiker oder „Nietenzähler“ - sie werden leider immer zahlreicher - mag diese Aussage zutreffen, doch für den tiefergehend an der Materie Interessierten reichen die dortigen Informationen sicherlich nicht aus.

Dabei sind hier sogar weniger die in Kriegszeiten verlorengegangenen Schiffe von Interesse, deren Schicksale vielfach - aber beileibe nicht immer - in diversen Publikationen abgehandelt wurden, sondern die Verluste in Friedenszeiten. Denn auch die in jenem Zeitraum allmächtig scheinende Royal Navy war gegen Wetterunbilden, Unfälle oder auch nur die Auswirkungen unterschiedlich guter Ausbildung ebensowenig gefeit wie alle anderen Marinen auch. Zwar sind auch hier einige Unfälle sehr bekannt geworden, so die Kenterung der Captain vor Kap Finisterre oder die berühmt gewordenen Ramming zwischen der Camperdown und der Victoria im Mittelmeer. Viele Ereignisse aber blieben weitgehend unbekannt, obwohl sie durchaus größere Auswirkungen - nicht zuletzt auf den Kriegsschiffbau - zeigten.

Ob Krieg oder Frieden, der Stil in dem die Verluste abgehandelt werden ist einheitlich: Wenn man überhaupt von Kapiteln sprechen will, dann erfolgt eine gewisse Trennung durch die jeweilige Jahreszahl. Die Auflistung der Einzelschicksale findet dann ebenfalls streng chronologisch nach dem Datum statt. Zusammen mit dem Index - einmal nach Schiffsname, einmal nach kommandierendem Offizier gelistet - ist somit ein rascher Zugriff gewährleistet. Hieraus läßt sich auch bereits auf den Aufbau des jeweiligen Einzelschicksals schließen: An erster Stelle stehen Datum, Schiffsname und Schiffstyp. Es folgen Bauort, Stapellaufdatum, die Hauptdimensionen und Bewaffnung sowie der Name des Kommandanten zum Zeitpunkt des Verlustes. Der dritte Abschnitt ist der Schilderung des Ablaufes der Vorgänge des Verlustes vorbehalten, wobei bei unbekannteren Schiffen noch auf deren Herkunft eingegangen wird. Und last but not least findet der Leser abschließend noch Quellenverweise über die Herkunft der Informationen zum Ablauf, sei es ein Zeitungsartikel (selten!), Bücher oder eben Akten aus dem Public Record Office (meistens).

Insgesamt findet der Leser manch spannende Informationen, wobei jene aus den Kriegsjahren zweischneidig zu werden drohen, finden wir hier doch Seitenweise die Verluste von Trawlern, Driftern und anderen Hilfsfahrzeugen, welche Torpedos oder Minen zum Opfer fielen. Einerseits sicherlich interessant, weil in den seltensten Fällen bekannt, andererseits aber eben auch etwas „ermüdend“. Halt ein weiterer Beweis dafür, daß der Erste Weltkrieg in der Nordsee überwiegend ein Litoralkrieg war. Doch letztere Einschränkung soll nicht als Kritik sondern als in der Sache begründet gewertet werden.

Dementsprechend gibt es am Ende auch eine klare Empfehlung für dieses Buch, und wenn es unter anderem nur den Seekrieg 1914-18 ein wenig „übersichtlicher“ macht.

Bernd Langensiepen


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