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Die Waffen der k.(u.)k. Kriegsmarine im Bild 1860 - 1918

Autor: Peter Schupita
Titel: Die Waffen der k.(u.)k. Kriegsmarine im Bild 1860 - 1918
Untertitel: Band 3 der Kriegsmarine im Bild
Seiten: 256
Abbildungen: ca. 240 Abbildungen, Skizzen und Zeichnungen, über 100 Farbbilder u. Farbschematafeln der Seeflugzeuge
Verlag: Verlagsbuchhandlung Stöhr GmbH
Ort, Jahr: Wien, 2006
ISBN 987-3-901208-50-8

Wenn auch das Zitat vom „glücklichen Österreich“ nicht schon wieder bemüht werden soll, bleiben einem angesichts der Aufmachung dieses Buches wenig andere Ausdrucksmittel übrig. Man kann den Verlag nur bewundern, denn angesichts des Spezialthemas und der Fassung in rein deutscher Sprache muß man kein Prognostiker sein, um dem Buch - leider - einen vorsichtig gesagt „schleppenden“ Absatz zu prophezeien. Um so mehr ist die Herausgabe zu begrüßen. Was aber findet der Leser in und an ihm?

Im Prinzip sind es vier mehrfach untergliederte Hauptabteilungen, nämlich, „Schiffsartillerie“, „Torpedowaffe“, „Minen, Bomben, Drachen“ sowie „Bewaffnung der Seeflugzeuge“. Diese teilen sich wiederum jeweils in zwei große Teile, einen deskriptiven und einen Bildteil.

In dem deskriptiven Teil zur Schiffsartillerie finden wir beispielsweise zunächst eine Einführung in die Thematik, was dann zwangsläufig zu dem radikalen Umbruch zwischen den alten Glattrohrwaffen und den gezogenen Hinterladern führt. Anschließend wird die Entwicklung in der KuK-Marine im Speziellen betrachtet, bis hin zu der Einführung der Flakartillerie im Ersten Weltkrieg. Der Bildteil ergänzt diesen letzteren Abschnitt dann Sinnvoll mit mindestens einer Abbildung und einem kurzen erläuternden Text zu jedem einzelnen Geschütz. Und in diesem Stil geht es bezüglich jeder Waffengattung weiter.

Besondere Aufmerksamkeit genießt selbstverständlich die Entwicklung der Torpedowaffe, einer derer wichtigsten Entwicklungs- und Fertigungszentren bekanntlich die Whitehead-Fabrik in Fiume war. Infolgedessen, daß die Bandbreite der gefertigten Torpedotypen und Ausstoßrohre erheblich geringer als bei der Artillerie war, ist auch das Kapitel deutlich kürzer, deswegen aber nicht minder gehaltvoll. Gleiches läßt sich natürlich auch von den beiden übrigen Kapiteln sagen.

Das Minenlege- und Minensuchwesen sowie die Waffen zur U-Bootjagd werden hier nach Wissen des Rezensenten erstmals in größerer Tiefe beleuchtet, so daß jede Form der Erwähnung weitgehendes Neuland betritt. Bei dem Abschnitt über die Seeflugzeuge konnte sich der Autor hingegen auf seine vor einigen Jahren erfolgte Publikation zu diesem Thema stützen, was ihm nicht zum Nachteil gereicht.

Abgeschlossen wird der Band durch die erstmalige Veröffentlichung einer Bestückungsliste der „Schiffe, Fahrzeuge und Boote der Flotte 1850 - 1918, ausgenommen der Flottillen und Hilfsschiffe“, wie sie sich aus der langjährigen Beschäftigung des Autors mit dem Thema und seiner Such in den Archiven beinahe zwangsläufig ergab.

Das Eingangs gezogene Fazit braucht somit an dieser Stelle nur noch abgerundet zu werden. Eine hervorragende Papierqualität bietet die Grundlage guter bis hervorragender Wiedergabe der Abbildungen. Originalfotos werden sinnvoll mit Zeichnungen und Modellfotos ergänzt; wo vorhanden, finden sich auch Farbabbildungen von Originalartefakten. Zwar geht der Text nirgendwo groß „in die Tiefe“, wie es sich echte „Waffenspezis“ vielleicht wünschen, aber es muß ja auch noch Raum zur eigenen Forschung bleiben, oder? Alles in allem also ein ganz heißer Tip für den Platz unter dem Weihnachtsbaum!

Dirk Nottelmann (2006)


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