Symbol des AK Krieg zur See 1914-1918 Das Buchschapp

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V 188

Autor: Kapitänleutnant Friedrich Callisen
Titel: V 188
Untertitel: Meine Torpedoboot-Kriegsfahrten
Seiten: 110
Abbildungen: 16
Verlag: August Scherl
Ort, Jahr: Berlin, 1916

1916 begannen der Scherl Verlag , Ulstein und andere mit der Massenproduktion von patriotischen Schriften. Sehr beliebt waren die Erzählungen unserer Seehelden. Natürlich musste dabei darauf geachtet werden, dass der böse Feind dadurch keine militärischen Geheimnisse erfuhr. So wurden Vorgänge zeitlich verschoben, erlebtes verschiedener Personen oder die Namen, Nummern beteiligter Boote vermischt. Manches schlicht erfunden. Besonders war dies bei den U-Booten der Fall. Für die historische Forschung sind sie also nicht brauchbar, abgesehen von der Beurteilung der hausbackenden deutschen Kriegspropaganda.

Was Callisen aber zu sagen hat überrascht. Nicht nur das V188 wirklich V188 war, alle geschilderten Ereignisse sind chronologisch geordnet und nachprüfbar. Callisen schrieb flüssig , ohne Pathos und ohne eine Ansatz von Hass. So was brachten seine britischen Kollegen bis in die 20ziger Jahre nicht fertig. Es ist das einzige brauchbare Werk über das Leben auf einem deutschen T-Boot vom Kriegsbeginn bis zum Winter 1915/16.

Die Fotos mit einer Ausnahme Vorkriegsaufnahmen, kriegsbedingt von schlichter Qualität. Wer war nun dieser Friedrich Callisen? 1901 zur Marine gekommen wurde er schon recht früh T-Bootfahrer. 1913 Kommandant von V188 (daher der Buchtitel) und nach dessen Verlust in gleicher Funktion auf V191 und S50. Im Dezember 1915 ging er für zwei Jahre zur I. T-Abnahme Kommission, um danach die 10. T-Halbflottille zu führen. Vom Januar 1918 bis Kriegsende sah man ihm als Chef der osmanischen T-Flottille am Bosporus.

Also, dies Buch ist ein MUSS für alle Kaiserlichen.

Bernd Langensiepen


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