Symbol des AK Krieg zur See 1914-1918 Das Buchschapp

Hauptseite
Arbeitskreis
Nachrichtenblatt
Buchschapp
Buchbesprechungen
Impressum

K. u. k. Flotte 1900 - 1918

Autor: Wladimir Aichelburg
Titel: K. u. k. Flotte 1900 - 1918
Seiten: 224
Abbildungen: 396 s/w-Abbildungen, 73 Skizzen
Verlag: Verlag Österreich
Ort, Jahr: Wien, 1998
ISBN 3-8132-0573-8

Die Beschäftigung mit der K.u.k. Flotte erlebt derzeit eine kleine Renaissance, was vielleicht damit begründet werden kann, daß ihr Ende sich in diesem Jahr zum 80. Mal jährt. Gerade aber dieses abrupte Ende, das vergleichsweise Einzig in der Marinegeschichte steht, macht die Beschäftigung mit ihr nicht weniger lohnend, ja läßt sie überschaubar werden, denn die Geschichte der „modernen“ österreichischen Marine dauerte knapp 60 Jahre.

Der Autor greift sich für sein Bildwerk einen noch enger begrenzten Zeitraum heraus, die Zeit der letzten zwei Dekaden, in denen diese Marine ihre eigentliche Blüte erreichte, was - wie in Deutschland - im wesentlichen der Unterstützung eines Mannes zu danken war, jener des designierten Thronfolgers, Erzherzog Franz Ferdinand.

Es ist eindeutig nicht die Intention des Buches zur Diskussion über Wert oder Unwert der Marine, bzw. ihres Umfangs oder ihrer Zusammensetzung beizutragen, dies ist anderenorts getan worden, und wird auch in Zukunft sicherlich fortgesetzt werden, nein, dieses hier lebt „nur“ von seinen Bildern.

Um das „nur“ gleich zu relativieren, dem Rezensenten fällt eigentlich nur der schöne alte Begriff des „ ... felix Austria ... “ ein, um die Güte dieser Neuerscheinung angemessen zu würdigen. Während die deutschen „navy-lover“ derzeit überwiegend mit einer unsäglichen Heftserie (deren Name wohl nicht genannt werden braucht) sowie einer ähnlich gearteten Buchserie abgespeist werden, gelingt es dem wahrlich nicht großen Kreis der österreichischen Kollegen mit schöner Regelmäßigkeit zu zeigen, was möglich ist. Aichelburg machte bereits in den 70ern durch drei Veröffentlichungen auf sich aufmerksam, die man durchaus als Vorläufer der jetzt vorliegenden bezeichnen kann, behandelten sie doch überwiegend die Zeit vor der Jahrhundertwende.

Inhaltlich werden die Kapitel nach den einzelnen Schiffsklassen untergliedert, zu denen dann noch Kapitel über Pola, Stapelläufe, Detailaufnahmen, das Leben an Bord sowie ausgewählte Kriegsereignisse kommen. Die Qualität der Aufnahmen sowie ihrer Reproduktion ist gut bis herausragend, es gibt nur wenige Ausreißer. Hinzu kommen sachkundige Kommentare und, als besondere Leckerbissen, eingestreute Reproduktionen aus damaligen schiffs- und marinetechnischen Handbüchern, wie z. B. Pitzingers „Schiffbaukunde“ von 1910.

Das Fazit kann kurz und bündig ausfallen, es macht Freude in dem Buch zu blättern und es gehört in den Schrank eines jeden an der Zeit interessierten.

Dirk Nottelmann (1998)


free counters