Symbol des AK Krieg zur See 1914-1918 Das Buchschapp

Hauptseite
Arbeitskreis
Nachrichtenblatt
Buchschapp
Buchbesprechungen
Impressum

Die Schiffe der k.(u.)k. Kriegsmarine im Bild

Autor: Lothar Baumgartner / Erwin Sieche
Titel: Die Schiffe der k.(u.)k. Kriegsmarine im Bild
Untertitel: Band 1: 1848 - 1895
Seiten: 172
Abbildungen: ca. 200 s/w Abbildungen, 8 Farbbildseiten
Verlag: E.S. Mittler & Sohn
Ort, Jahr: Hamburg 1999
ISBN 3-8132-0594-0

Das Interesse an seiner Marinegeschichte wird in unserem Nachbarland unverändert hochgehalten, was sich nicht zuletzt durch die Anzahl der qualitativ hochstehenden Veröffentlichungen zu den verschiedensten Themen in den letzten Jahren belegen läßt. Nach dem bedauerlichen Eingehen der Zeitschrift „Marine-Gestern-Heute“ vor mittlerweile auch schon wieder 11 Jahren, haben sich wieder einmal zwei deren ehemals führender Köpfe zusammengefunden, um aus ihren Archiven heraus die Fangemeinde mit einem neuen Werk zu erfreuen.

Der Inhalt ist dabei schnell geschildert: Bilder, Bilder und nochmals Bilder, wobei die Unterteilung nach den Bereichen Segelschiffe, Kanonenboote, Panzerschiffe, Torpedoträger und Hilfsschiffe vorgenommen wurde. Im Vorspann zu jedem dieser Kapitel gibt es eine kurze textliche Einführung über die Entwicklung, Geschichte und Besonderheiten der in diesem Kapitel abgebildeten Schiffe. Dieser Text ist sowohl in deutsch, als auch in englisch gehalten, was die Verbreitungsmöglichkeit - und damit den nicht aus dem Auge zu verlierenden kommerziellen Erfolg - beträchtlich vergrößern dürfte.

Die Wiedergabequalität der Bilder schwankt zwischen bestechend klar und verwaschen. Wieder einmal zeigt sich, daß das Einscannen von Bildern neben unzweifelhaft gegebenen Möglichkeiten auch Risiken birgt. Einfach ausgedrückt kann man formulieren, ein gutes Bild wird durch nichts entstellt, doch es sind die weniger guten, die Probleme bereiten. Sicherlich läßt sich durch diese Technik insbesondere bei kontrastarmen Aufnahmen manches retten, ebenso wie bei zu hellen oder zu dunklen Vorlagen, doch gefährlich wird es bei den unscharfen Bildern. Diese wirken in ihrem Ergebnis dann meistens noch viel verwaschener als das Original, hervorgerufen durch die unvermeidliche Rasterung, als das Original. Leider findet sich in diesem Buch das eine oder andere Musterbeispiel für diese Aussage. Der Rezensent will das Rad der Geschichte sicherlich nicht zurückdrehen, er ist sich auch dessen bewußt, daß es hier schlicht und einfach um Produktionskosten geht, doch bei der Gratwanderung zwischen niedrigen Kosten und möglicherweise reduziertem Absatz aufgrund mangelnder Qualität sähe er gerne die Qualität als Sieger. Es gibt mittlerweile jedenfalls den einen oder anderen Leser der sich geschworen hat, künftig keine Bücher mit eingescannten Bildern mehr zu kaufen; daß er dabei in Zukunft sicherlich viel Geld sparen kann, steht auf einem anderen Blatt.

Doch zurück zum Thema: Grundsätzlich als gelungen kann man die Bildauswahl bezeichnen; Gesamtansichten wechseln sich mit Detailaufnahmen ab, bekannte Schiffe mit ewig unbekannt gebliebenen. Auch hier spielt selbstverständlich die Nationalität des Betrachters eine Rolle, denn dem österreichischen (und italienischen) Betrachter ist sicherlich so manches Bild erheblich vertrauter, als dem deutschen, ganz zu schweigen von dem angelsächsischen Sprachraum. So muß überhaupt über den Gesamtwert für den einzelnen differenziert werden, zwischen dem Neueinsteiger in die Materie, und dem Crack, der neben mehreren Jahrgängen von „Marine-Gestern-Heute“ auch die bekannten Namen von „Aichelburg“, über „Pawlik“, bis hin zu „Sokol“ schon im Schrank stehen hat. Hier leidet die österreichische Marinegeschichte schlicht unter dem Manko, daß sie in der behandelten Blütezeit nur 70 Jahre umspannte, und somit auch das fotografische Vermächtnis „überschaubarer“ ist. Wie gesagt, diese Einschätzung gilt im wesentlichen nur für den letztgenannten Typus, alle übrigen dürften aus so mancher der Abbildungen noch „ihren Honig saugen“, oder sie einfach nur genießen.

Der in diesem ersten Band behandelte Zeitraum bis 1895 hat in vielen Ländern, gerade auch in Österreich-Ungarn, so manche Absonderlichkeit unter dem Schiffsmaterial hervorgebracht. Angefangen von den Lagunenkanonenbooten zur Verteidigung Venedigs, bis hin zu dem militärisch faktisch wertlosen Turmschiff Kronprinzessin Erzherzogin Stefanie, gibt es so manches zu bestaunen. Der nachfolgende Band wird da mit Sicherheit erheblich nüchterner ausfallen, doch das sind noch ungelegte Eier. Erfreuen wir uns zunächst an diesem schön aufgemachten Buch, und erwarten mit Freude das folgende.

Dirk Nottelmann (1999)


free counters