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Register der k.(u.)k. Kriegsschiffe

Autor: Wladimir Aichelburg
Titel: Register der k.(u.)k. Kriegsschiffe
Untertitel: Von Abbondanza bis Zrinyi
Seiten: 736
Abbildungen: 384
Verlag: Neuer Wissenschaftlicher Verlag GmbH
Ort, Jahr: Wien, 2002
ISBN 3-7083-0052-1

Normalerweise ist der Rezensent werblichen Aussagen von Verlagen gegenüber eher skeptisch, vor allem wenn diese mit Superlativen aufwarten. In vorliegendem Fall kann man beispielsweise folgendes lesen: „Durch dieses Werk erfährt die Diskussion über die k.u.k. Kriegsmarine eine neue Dimension. (...) Denn wer immer sich mit Österreichs Schiffen auseinandersetzt, findet hier ein unentbehrliches, systematisch aufbereitetes Nachschlagewerk, das ihm alle Informationen zu nahezu allen seegehenden Kriegsschiffen der österreichischen und österreichisch-ungarischen Marine liefert. (...).“

Der Verfasser dieser werbenden Zeilen hat keinesfalls über-, sondern eher noch untertrieben, denn das Buch ist noch weit mehr! Selbstverständlich überwiegen vom reinen Volumen her die Schiffsbiographien - insgesamt ca. 1.200 Stück - deren Bandbreite allein durch den Untertitel bereits abgesteckt wird. Wer, wie vermutlich 99,9% aller Leser, noch nie etwas von einem Schiff Abbondanza gehört hat, bekommt hier die Information, daß es sich um eine Korvette mit 30 Geschützen gehandelt hat, welche 1828 zu Triest gebaut, 1833 vor Brindisi strandete. Da ist das „Schlachtschiff“ Zrinyi der Radetzky-Klasse doch ungleich bekannter. Zwischen diesen Extremen findet sich so ziemlich „alles, was schwamm“. Vom Ausrüstungsleichter zum U-Boot, vom Trabakel zum Kreuzer.

Die Biographien selber beinhalten alles, was sich zum Lebenslauf der Schiffe auffinden ließ, bei neueren, auf der Basis der Schiffsgrundbücher, teilweise sogar von Tag zu Tag. Aber die Informationen gehen auch darüber noch hinaus, indem - nach dem Vorbild beispielsweise des „Lexikon zur deutschen Marinegeschichte“ - ergänzenden Informationen Raum gewidmet wird. Zum einen, ob sich zu dem Schiff noch Planmaterial in Archiven finden läßt, ergänzt mit Informationen über existierende Modelle - historisch oder heutigen Datums -, desweiteren, ob und wo sich farbige und sonstige Abbildungen befinden und schließlich, ob und wo es weiterführende Literatur gibt.

Dies leitet zum einen über zu dem umfangreichen Bildblock, welcher durch eine gute Reproduktionsqualität, vor allem aber auch durch eine sinnvolle Auswahl der Bilder gekennzeichnet ist. Dem gesamten biographischen Abschnitt ist weiterhin eine 40seitige Einleitung vorangestellt, die allein den Informationsgehalt einer eigenständigen Veröffentlichung hätte und deren einer Teil eben in einem umfangreichen Verzeichnis der weiterführenden Literatur besteht. Weitere Teile behandeln die Geschichte der k.u.k. Marine an sich, die Namensgebung, den Anstrich der Schiffe (sehr wichtig!) sowie die Flaggenführung und die Vermessung.

Mehr braucht an und für sich zu dieser neuen Veröffentlichung nicht erwähnt werden. Hat die Geschichtsschreibung der Deutschen Marinen ihren „Hildebrand/Röhr/Steinmetz“, so besitzt die k.u.k. Marine von jetzt an ihren „Aichelburg“. Für jeden halbwegs interessierten bedeutet der Verzicht auf den Kauf nichts weniger als eine Unterlassungssünde.

Dirk Nottelmann (2003)


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