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Im Taifun beinahe gekentert

Autor: Georg Pawlik
Titel: Im Taifun beinahe gekentert
Untertitel: Die abenteuerliche Reise der k. u. k. Korvette Fasana in den Jahren 1891 - 1893; Band 4 der Serie „Österreichs Schiffahrt in alten Ansichten“
Seiten: 112
Abbildungen: 105
Verlag: Neuer Wissenschaftlicher Verlag GmbH
Ort, Jahr: Wien, 2002
ISBN 3-7083-0035-1

Band 4 dieser sich höchst erfreulich entwickelnden Reihe über die k. u. k. - Marine liegt vor und beschäftigt sich erstmals mit einem singulären Thema, jener im Untertitel genannten Weltreise der Korvette Fasana.

Wir werden eingangs daran erinnert, daß jene Marine einen beachtlichen Anteil an der Erforschung der Welt vor allem im 19. Jahrhundert hatte, wobei die erste Reise eines kaiserlichen Schiffes nach Ostindien immerhin bereits auf das Jahr 1776 datiert. Ein Höhepunkt und daher am bekanntesten sollte sicherlich die Weltreise der Fregatte Novara in den Jahren 1857 - 1859 sein, doch stellte auch sie nur eine Facette der Tätigkeiten bis 1918 dar. Allein die Fasana umsegelte zwischen 1871 und 1895 insgesamt sechs Mal den Globus, wobei die fünfte Reise die Grundlage dieses Buches bildet.

Die auszugsweise zitierten Reiseinstruktionen - im Original immerhin 22 Seiten stark - legten für den Kommandanten die Intentionen und Rahmenbedingungen fest. Eingeleitet wurden jene Instruktionen mit den Bemerkungen, daß die Reise zum einen zur gründlichen Ausbildung der 21 „Seecadetten“ zu dienen habe, andererseits aber auch zu „consularischen und commerziellen Angelegenheiten“. Nicht übersehen werden darf auch der dritte Bereich - übrigens nahezu deckungsgleich formuliert wie in der Deutschen Marine bei ähnlichen Reisen -, nämlich, daß die Reise „zur Sammlung naturwissenschaftlicher Gegenstände, sowie zur Förderung der Forschungen auf diesem Gebiet“ auszunützen sei. Interessant dabei die Anweisung an den Kommandanten, aus Gründen der Kohle- und somit Kostenersparnis von der Maschine so wenig wie möglich zu benutzen, was jenen - nach Aussage des Autors - manches Mal zu geradezu lächerlichen Begründungen im Logbuch für das Anheizen der Kessel veranlaßte.

Vom Aufbau her finden wir die übliche kapitelweise Aufteilung des Buches in zusammenhängende Reiseabschnitte und besondere Ereignisse - so z.B. den Tod des Kommandanten in Honolulu -, zunächst deskriptiv eingeleitet, anschließend durch ganzseitig abgedruckte zugehörige Fotos unterstützt. Selbstverständlich bilden die gut reproduzierten Fotos dabei den Kern des Buches, sie sind teilweise von beeindruckender Aussagekraft, hinsichtlich des Lebens und Treibens an Bord eines Segelkriegsschiffes am Ende des 19. Jahrhunderts. Immerhin kommen sogar Fotos aus dem Heizraum des Schiffes vor, ebenso wie beispielsweise Abbildungen vom Treffen des Schiffes mit dem Kreuzer Kaiserin Elisabeth im Indischen Ozean, im Januar 1893, welcher immerhin den Thronfolger auf seiner Weltreise an Bord hatte.

Alles in allem kann die Wertung knapp ausfallen, der Band 4 ist eine begrüßenswerte Ergänzung seiner Vorgänger, die bereits angekündigten Bände 5 und 6 lassen gleichfalls auf eine stetige Erweiterung der Serie hoffen - was will man mehr?

Dirk Nottelmann (2002)


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