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Rapidkreuzer HELGOLAND

Autor: Nikolaus A. Sifferlinger
Titel: Rapidkreuzer HELGOLAND
Untertitel: Im Einsatz für Österreich-Ungarn und Italien; Band 7 der Serie „Österreichs Schiffahrt in alten Ansichten“
Seiten: 128
Abbildungen: 97
Tabellen: 13
Verlag: Wissenschaftlicher Verlag GmbH
Ort, Jahr: Wien, 2006
ISBN 3-7083-0133-1

Nach langer Zeit - der letzte Band der Folge, „6“, datiert von 2003 - erscheint jetzt die Fortsetzungsnummer 7 dieser repräsentativen Buchserie zu ausgewählten Schiffen und Ereignissen Österreichisch-Ungarischer Marinegeschichte.

Der „Rapidkreuzer“ Helgoland gehörte zu jenen Einheiten, welche durch ihre Aktivitäten während des Seekrieges in der Adria „etwas erlebten“, was sie zu dankbaren Objekten der Präsentation macht. Der Schiffstyp des „Rapidkreuzers“ - in Deutschland annähernd vergleichbar dem „Kleinen Kreuzer“, in England dem „Scout“/„Light Cruiser“ - hatte in der K.u.K.-Marine keine lange Tradition. Mit dem Erscheinen des Schlachtkreuzers erkannte man auch in Österreich, daß die Tage des klassischen Panzerkreuzers als Aufklärer vor der Flotte vorbei waren. Nun standen für den neuen Typ allerdings keine Finanzmittel zur Verfügung, wollte man nicht auf den Bau als essentiell betrachteter Linienschiffe verzichten. So zitierte der „NAUTICUS 1907“ den österreichischen „Marinekommandanten“, Admiral Montecuccoli, mit den Worten: „Panzerkreuzer werden (...) vor der Hand nicht mehr gebaut werden; als Aufklärungs- und Antitorpedobootstyp wird in Zukunft der kleine geschützte Kreuzer weiter ausgebildet.“

Nach heutiger Terminologie das „Nullschiff“ der künftigen Serie wurde der Kreuzer Admiral Spaun, nach dessen Fertigstellung 1910 die Planungen für drei Kreuzer des „verstärkten Typs Admiral Spaun“ begannen. Aus politischen Gründen erhielt die einzige große Werft im ungarischen Einflußraum, die Danubius-Werft in Fiume, zwei der Kreuzer, nämlich „H“ - Helgoland und „I“ - Novara zugeteilt. Zum Kriegsausbruch 1914 kam die Helgoland gerade noch rechtzeitig, d. h., sie wurde zu den Probefahrten am 1. August nach Pola verschleppt. Am 29. erfolgte dann die Indienststellung.

Neben einer komprimierten, auch die Schiffstechnik beleuchtenden Einleitung sowie eines Abschnitts über die geringen baulichen Unterschiede zwischen Helgoland und Novara enthält das Buch alle relevanten Vorgänge um den Kreuzer in den kommenden vier Kriegsjahren, zunächst nur gegen die Entente-Mächte, ab Mai 1915 dann auch gegen den ehemaligen, wenn auch eher unnatürlichen „Bundesgenossen“ Italien. Herausragende Ereignisse stellten dabei die beiden Kreuzergefechte gegen britische und italienische Einheiten im Dezember 1915, bzw. Mai 1917 dar. Den absoluten Tiefpunkt in der Geschichte der K.u.K.-Marine, die endgültige Einholung der Flagge am 1. November 1918, erlebte die Mannschaft des Kreuzers in der Bucht von Cattaro. Bis zum 10. Januar 1919 wehte dann eine jugoslawische Flagge über dem von der deutschstämmigen Besatzung inzwischen verlassenen und immobilisierten Schiff, bevor auch diese niedergeholt wurde. Im Dezember 1919 verholte ein französischer Schlepper den Kreuzer nach Bizerta.

Im Januar 1920 erhielt Italien das Schiff als Kriegsbeute zugesprochen, doch erst im Herbst erfolgte die offizielle Übernahme in die italienische Marine unter dem neuen Namen Brindisi. Zehn Jahre lang diente der Kreuzer noch aktiv, weitere sieben Jahre als Wohnschiff, bevor er am 11. März 1937 aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und anschließend in Triest abgewrackt wurde.

Dem guten Stil der Buchserie folgend lebt auch dieser Band von der großzügigen Ausstattung mit Fotomaterial unterschiedlicher Qualität. Hinzu kommen noch die von dem ebenfalls nicht ganz unbekannten Herrn Prasky zur Verfügung gestellten Zeichnungen des Schiffes für den Vor- und Nachsatz, sowie die Faksimile-Darstellung einiger relevanter Dokumente. Insgesamt macht der interessierte Leser dieser Zeilen wieder einmal nichts falsch, wenn er diesen 7. Band in seine mehr oder minder umfangreiche Bibliothek einreiht.

Dirk Nottelmann (2007)


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