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The Zeebrugge and Ostend Raids 1918

Autor: Deborah Lake
Titel: The Zeebrugge and Ostend Raids 1918
Seiten: 208
Abbildungen: 29
Verlag: Leo Cooper
Ort, Jahr: London, 2002
ISBN 0-85052-870-4

Britannien du hast es besser! Es schmerzt schon fast, wenn man sieht was Jahr für Jahr an angelsächsischer Literatur über den 1.WK erscheint. Vom nach Aktenstudium entstandenen Werken hin zu im leicht lesbarer Form gehaltenen Büchern, alles vorhanden. Zur letzteren Gattung behören die Veröffentlichungen des Verlages Leo Cooper. Hier ist Ende 2002 ein weiteres Buch über das Zeebrügger Unternehmen erschienen. Was es von allen anderen zum Thema unterscheidet ist, das die Autorin (!) mit vielen britischen Legenden aufräumt. Dies ist um so mehr anzuerkennen, da sich auf der Insel alte Vorurteile lange halten. Es trifft besonderst den Helden von Zeebrügge -Admiral Sir Roger Keyes- und die Verschleierungspolitik der britischen Regierung, die sich ja im April 1918 einen schweren Stand hatte.

Das Buch umfasst alle Aspekte des Blockadeversuches, von der Planung bis hin zur Heimkehr der geschlagenen Helden. Erfrischend die typisch britische Selbstironie. Zeebrügge und Ostende werde zu dem erklärt, was sie waren. Ein gescheitertes Unterfangen die deutsche Flandern-Basis abzuschotten.

Auch Hintergrundinformationen über die allgemeine Situation in Großbritannien fehlen nicht. So weit das Positive. Was nicht befriedigt ist die Darstellung der deutschen Seite. Zwar versucht die Autorin dem Gegner gerecht zuwerden und verzichtet auf altbekannte Stereotypen, aber es fehlt der "Kick". In der Person von Johan Ryheul fand sich zwar jemand, der vieles in ein rechtes Licht rückte und somit dem britischen Leser reichlich Neues vorsetzt, aber Johan hat ja seine großen Schwächen. So verliert sich die "deutsche Sicht der Dinge" in Zitaten aus altbekannter Veteranenliteratur. Selbst das deutsche Admiralstabswerke findet keine Erwähnung, obwohl es für viele Fragen, die das Buch offen lässt oder wo es sich auf Vermutungen beschränkt, eine Antwort bereit hätte. Letztlich ist das Buch aber die beste bisher erschienene Darstellung. Aus Deutschland kommt ja nichts.

Nun zu den Fotos. Hier der große Schock. Was aus britischen Quellen stammt ist sauber wiedergeben. Die von Johan zugesteuerten "Bėlder" machen einem aber Angst. Eingescannt in geringer Auflösung sind sie so milchig unscharf (z.B. bestehen durchlaufende Handläufer aus einer Reihe von Zacken) das man sich fragt, was den Verlag veranlasst hat diesen Müll dem Leser zu zumuten.

Bernd Langensiepen


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